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Welchen betrieblichen Prozess sollte ich als Erstes mit KI verbessern?

· Ben Kübrich · aktualisiert

Direkte Antwort

Verbessern Sie zuerst keinen ganzen Bereich, sondern einen wiederkehrenden Arbeitsschritt, der heute sichtbar Zeit bindet, klare Eingaben hat und ein prüfbares Ergebnis liefert. Besonders geeignet ist ein Ablauf, bei dem ein Mensch die Freigabe behält und ein Fehler keine unmittelbare Außenwirkung auslöst. Wenn mehrere Kandidaten passen, wählen Sie den mit dem klarsten Nutzen und dem kleinsten sicheren Test – nicht den spektakulärsten.

Für wen gilt diese Entscheidungshilfe?

Sie hilft Inhaberinnen und Inhabern, die bereits mehrere KI-Ideen im Kopf haben, aber nicht wissen, womit sie beginnen sollen. Typische Kandidaten sind Angebotsvorbereitung, interne Zusammenfassungen, Dokumentensuche, Terminvorbereitung oder das Strukturieren eingehender Anfragen.

„Mehr Marketing“ oder „den Kundenservice automatisieren“ sind noch keine klaren Prozesse. Ein brauchbarer Kandidat lässt sich so beschreiben:

Aus einer festgelegten Eingabe entsteht ein klar definiertes Ergebnis, das von einer bestimmten Person geprüft wird.

Wenn Sie noch überlegen, ob KI eine ganze Rolle übernehmen kann, hilft zuerst die Abgrenzung im Beitrag „Kann KI fehlendes Personal im KMU ersetzen?“.

So wählen Sie zwischen mehreren Prozessen

1. Schreiben Sie höchstens drei Kandidaten auf

Formulieren Sie jeden Kandidaten in einem Satz:

Damit wird aus einer allgemeinen KI-Idee ein beobachtbarer Arbeitsablauf.

2. Streichen Sie ungeeignete Erstprojekte

Ein Prozess sollte nicht Ihr erster KI-Test sein, wenn:

Das bedeutet nicht, dass solche Vorhaben grundsätzlich unmöglich sind. Sie eignen sich nur schlecht als überschaubarer Einstieg.

3. Nutzen Sie den Vierer-Check

Prüfen Sie jeden verbliebenen Kandidaten mit vier Fragen:

  1. Wiederholung: Kommt der Ablauf regelmäßig vor?
  2. Klarheit: Sind Eingabe, gewünschtes Ergebnis und Abschluss des Vorgangs eindeutig?
  3. Kontrolle: Kann ein Mensch Fehler erkennen und das Ergebnis freigeben?
  4. Testbarkeit: Lässt sich der Ablauf mit wenigen bereinigten oder fiktiven Fällen ausprobieren und bei Bedarf wieder stoppen?

Wenn mehrere Prozesse geeignet erscheinen, beginnen Sie mit dem Kandidaten, bei dem diese vier Punkte am klarsten beantwortet sind. Ein häufiger Engpass allein reicht nicht: Der Ablauf muss auch kontrollierbar sein.

4. Begrenzen Sie den ersten Test schriftlich

Vor dem Start sollten sechs Punkte feststehen:

Messen Sie dabei nicht nur die Geschwindigkeit der KI. Entscheidend ist der Aufwand bis zum geprüften und nutzbaren Ergebnis. Eine passende Vorgehensweise beschreibt der Beitrag „Wie messe ich, ob KI meinem Betrieb wirklich Zeit oder Qualität bringt?“.

Fiktives KMU-Beispiel

Die vollständig erfundene Hohenfeld Innenausbau GmbH betrachtet drei mögliche Einstiege:

Der automatische Kundenkontakt hat unmittelbare Außenwirkung. Die Preisberechnung arbeitet mit geschäftskritischen Angaben. Beide Prozesse benötigen deshalb mehr Vorbereitung und engere Kontrollen.

Die interne Aufgabenliste ist für den ersten Test besser begrenzbar: Eine freigegebene Notiz dient als Eingabe, die KI ordnet Aufgaben, Verantwortliche und offene Angaben, und die Projektleitung prüft das Ergebnis vor jeder weiteren Verwendung. Der Betrieb kann zunächst mit fiktiven Notizen testen und den bisherigen Ablauf unverändert beibehalten.

Damit ist noch keine Zeitersparnis bewiesen. Aber der erste Test ist verständlich, kontrollierbar und ohne Eingriff in Kundenkommunikation oder Preisfindung möglich.

Grenzen und typische Fehler

Checkliste: Ist das ein sinnvoller erster KI-Prozess?

Nächster Schritt

Wenn Sie mehrere Abläufe vergleichen und den sinnvollsten ersten Prozess verbindlich auswählen möchten, nutzen Sie die KI-Potenzialanalyse von LIBUCO®.